
1974 wurde von der „Manufacture d’Orgues Luxembourgeoise“ unter der Leitung von Orgelbaumeister Georg Westenfelder das heutige Instrument erbaut. Die Einweihung erfolgte am Sonntag, den 26. Januar 1975. Die Spieltraktur war mechanisch, die Registertraktur war elektropneumatisch. Als Spielhilfen verfügte das Instrument über 3 freie Kombinationen und eine zusätzliche Pedalkombination sowie einen Tutti-Schalter. Für jedes Manual war ein separater und einstellbarer Tremulant eingebaut; die Zungenregister waren per Knopfdruck einzeln und gesamt abschaltbar.
Koppeln: SW/HW, RP/HW, RP/P, HW/P, SW/P
Registerschweller mit Anzeiger und ein Jalousieschweller mit Anzeiger für das dritte Manual
Im Jahre 1985 erfolgte, bedingt durch grössere Staubablagerungen, eine dringend notwendige Reinigung des Instrumentes. Im Zuge dieser Arbeiten, wurde im Pedal das Register „Fagott 16′ „an Stelle der bis dahin vorhandenen „Großsesquialter 3fach (5 1/3′ + 3 1/5′ + 2 2/3′)“ eingebaut.
Nach über 20 Jahren machten sich in der elektropneumatischen Registertraktur erste Altersschwächen bemerkbar, die binnen kurzer Zeit zu größeren Ausfällen führten. Da die vorhandene Registeranlage mit ihren 3 freien Kombinationen nicht mehr den Anforderungen des modernen Orgelbaus entsprach, wurde beschlossen, die gesamte Anlage durch rechnergesteuerte Elektromagnete zu ersetzen (1995).
Die Registrieranlage verfügt nun über 64 frei einstellbare Kombinationen (8 Gruppen mit je 8 Kombinationen), ein frei einstellbares Crescendo und Sequenzschalter (vor und zurück).
Das Feuer in der Kirche (Juli 1997) blieb auch nicht ohne Folgen für die Orgel. Eine dringende Ausreinigung war notwendig geworden. Die in die Orgel eingedrungenen Rußpartikel mußten entfernt werden, weil sie zur Verstopfung und Beschädigung der Pfeifen führten. Bei den Reinigungsarbeiten wurde die gesamte Orgel abgebaut und in ihre Einzelteile zerlegt. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch einige Änderungen in der Disposition durchgeführt die zu einem einheitlicheren Gesamtklangbild der Orgel führten.
Die Dispostion der Orgel (38 Register, 3 Manuale + Pedal) ermöglicht eine Aufführung von Orgelwerken aller Epochen. Die Orgel dient primär dem liturgischen Orgelspiel, wird aber auch zu Konzerten und für Orgelunterricht genutzt.
Die heutige Disposition sieht folgendermassen aus:
Rückpositiv: 1. Manual C – c4
Gedeckt 8′
Principal 4′ (Prospekt)
Nasat 2 2/3′
Oktave 2′
Terz 1 3/5′
Quinte 1 1/3′ (1997)
Cymbel 2 fach
Krummhorn 8′
Hauptwerk: 2. Manual C – c4
Quintade 16′
Principal 8′ (Prospekt)
Rohrgedeckt 8′
Oktave 4′
Nachthorn 4′
Oktave 2′ (1997)
Sesquialter 2 fach
Cornet 5 fach (ab a)
Mixtur 5 fach
Trompete 8′
Vox-Humana 8′
Schwellwerk: 3. Manual C – c4
Spitzflöte 8′
Gambe 8′
Schwebung 8′ (ab c)
Rohrpommer 4′
Cornetino 2 fach (2 2/3′ 1 3/5′) (1997)
Gemshorn 2′ (1997)
Scharf 4 fach
Trompete 8′ (überblasend) (1997)
Oboe 8′ (1997)
Clairon 4′
Pedal: C – g1
Flöte 16′ (offen)
Subbass 16′
Flöte 8′
Flöte 4′
Nachthorn 2′
Hintersatz 4 fach
Fagott 16′ (1985)
Trompete 8′
Zink 4′
Technische Ausstattung
Koppeln: SW/HW, RP/HW, RP/P, HW/P, SW/P
Tremulanten: RP, HW, SW, P
-64 fach Elektronische Setzerkombinationen (8×8) –Sequenzschalter vor-rückwärts
-Programierbarer Registerschweller mit Anzeiger
–Jalousieschweller mit Anzeiger
–Spieltraktur: mechanisch
-Registertraktur: elektrisch
Titularorganisten seit 1852
1852-1855 Michel Hermesdorff aus Trier (Artikel im Trierer Orgelpunkt)
1855-1867 F.-Joseph Thinnes aus Neumagen
1867-1881 J.-P Liebgott aus Ehrang
1881-1900 Philipp Manternach aus Larochette
1900-1911 J.-P. Frank
1911-1916 Michel Brücher
1917-1946 Raymond Dock aus Ettelbrück
1946-1975 Marcel Els aus Ettelbrück
1975-1987 Carlo Hommel aus Bissen (Artikel im Trierer Orgelpunkt)
seit 1987 Tom Schreiner aus Ettelbrück
Der vorliegende Text basiert auf der alten Homepage der Pfarrei Ettelbück, der jedoch nicht auf der neuen Homepage übernommen wurde. Mein besonderer Dank gilt dem heutigen Titularorganisten Tom Schreiner, der bei der Erstellung dieses Artikels behilflich war und der mir die Orgel für die Photoaufnahmen öffnete.
Quellen:
Ettelbrück-Die Geschichte einer Landschaft von Joseph FLIES
Orgeln und Orgelbau in Luxemburg von Norbert Thill
Konzertfaltblatt über die Beschreibung der Orgeln der Pfarrkirche von Tom Schreiner
Weiheschrift der Hauptorgel von 1948, Artikel von J.P.Schmit
Photoaufnahmen: Francis Knoch